Berichte, Begegnungen und Neuigkeiten aus der Spielzeit 2026/27.
September 2026
Spielzeit 2026/27
Herzlichen Glückwunsch zum Spielzeit Operetten-Frosch 2025/26
Unsere Patenproduktion erhält den Spielzeit-Frosch
Was für eine schöne Nachricht: „Der Graf von Luxemburg“, unsere Patenproduktion der Spielzeit 2025/26, wird von BR-KLASSIK mit dem „Spielzeit-Frosch“ ausgezeichnet.
In der vergangenen Spielzeit haben wir als Freundeskreis die Patenschaft für Franz Lehárs Operette „Der Graf von Luxemburg“ übernommen. Umso mehr freuen wir uns, dass gerade diese Produktion nun eine besondere Auszeichnung erhält: Der „Spielzeit-Frosch“ 2025/26 von BR-KLASSIK geht an das Staatstheater am Gärtnerplatz für die Neuinszenierung von Peter Lund.
Mit dem Operettenpreis zeichnet BR-KLASSIK Produktionen aus, die selten gespielte Werke auf die Bühne bringen oder mit einer neuen szenischen Lesart einen besonderen Zugang zur Operette finden.
Eine Auszeichnung für Bühne und Musik
Die Jury hebt bei Peter Lunds Inszenierung besonders die neue Textfassung und seinen Regieansatz hervor. Die Handlung erhält neue Akzente, die Frauenfiguren werden selbstbewusster gezeichnet und der Geschlechterkampf findet auf Augenhöhe statt. Auch die wandlungsfähige Bühne von Jürgen Franz Kirner und die Fin-de-Siècle-Kostüme von Daria Kornysheva finden besondere Anerkennung.
Ausdrücklich würdigt BR-KLASSIK auch die musikalische Seite der Produktion. Die Neueinrichtung stammt von Kai Tietje. Unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter erklingt Lehárs Musik, so die Jury, leichtfüßig und ohne übermäßigen Kitsch. Hervorgehoben werden außerdem das Zusammenspiel des Ensembles und die gute Textverständlichkeit.
Unser herzlicher Glückwunsch gilt Peter Lund, Kai Tietje, Michael Brandstätter, dem Ensemble sowie allen Beteiligten auf, vor und hinter der Bühne.
Preisverleihung am 15. Januar 2027
Auf diesen Termin freuen wir uns schon jetzt: Am 15. Januar 2027 wird der Spielzeit-Frosch im Gärtnerplatztheater überreicht. Den Termin der Preisverleihung kündigte BR-KLASSIK im Radio an.
Für uns als Freundeskreis ist diese Auszeichnung eine besonders schöne Nachricht. Schließlich haben wir in der Spielzeit 2025/26 die Patenschaft für diese Produktion übernommen. Jetzt freuen wir uns gemeinsam mit dem Gärtnerplatztheater und allen Beteiligten über den Frosch.
Auch in diesem Jahr war der Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V. beim Tag der offenen Tür am 19. September dabei. Einen ganzen Nachmittag lang öffnete das Staatstheater am Gärtnerplatz seine Türen und lud dazu ein, das Haus einmal aus ganz anderen Perspektiven kennenzulernen.
Die Besucherinnen und Besucher konnten nach Herzenslust durch das Theater streifen. Überall wurde gesungen, gespielt und musiziert – und hinter Türen geschaut, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben. Dabei warteten viele spannende, unterhaltsame und mitunter auch etwas schräge Begegnungen.
So gab es eine Überraschung im Aufzug, bei einer Mitmachaktion in der Requisite konnte man selbst aktiv werden und in der Schuhmacherei sogar einen eigenen Schlüsselanhänger herstellen. Auf vielfachen Publikumswunsch durfte natürlich auch die Gärtnerplatz-Geisterbahn nicht fehlen, die wieder auf der Unterbühne aufgebaut war.
Viele Gespräche in der Theaterkantine
Nach ihrem Rundgang durch das Haus empfingen Mitglieder des Freundeskreises die Besucherinnen und Besucher in der Kantine des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Dort informierten wir über unsere Arbeit, unsere Unterstützung für das Theater und über die zahlreichen Veranstaltungen, die wir unseren Mitgliedern rund um den Gärtnerplatz anbieten.
Einen besonders anschaulichen Einblick bot dabei unser neues Spielzeitheft 2025/26. Es blickt auf unsere Veranstaltungen, Begegnungen und Förderprojekte der vergangenen Spielzeit zurück und zeigt, wie vielfältig das Engagement des Freundeskreises inzwischen ist.
Im Laufe des Nachmittags entstanden viele angeregte Gespräche. Die Besucherinnen und Besucher fragten interessiert nach, wollten mehr über den Freundeskreis wissen und nutzten die Gelegenheit, mit uns über das Theater, seine Produktionen und unsere gemeinsamen Aktivitäten ins Gespräch zu kommen.
Musikalischer Abschluss auf der Bühne
Den Abschluss des Tages der offenen Tür bildete auch in diesem Jahr das Season Opening Konzert mit Ensemble, Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Damit wurde die neue Spielzeit auch musikalisch eröffnet.
Unter der Leitung von Michael Brandstädter präsentierten die Mitwirkenden ein rund einstündiges Programm mit Werken von Lehár, Gounod, Rossini, Bizet, Borodin und Mozart. Immer wieder reagierte das Publikum mit spontanem Szenenapplaus.
Zum Abschluss erklang gemeinsam mit Chor und Solistinnen und Solisten „Feuerstrom der Reben“ aus Johann Strauss’ Operette Die Fledermaus. Ein passender Schlusspunkt für einen Tag, an dem das Gärtnerplatztheater einmal mehr gezeigt hat, wie viele unterschiedliche Menschen, Gewerke und musikalische Welten unter seinem Dach zusammenkommen.
Station 1 der Reise nach Reims
Reiseausrüstung besorgen
Ein Blick hinter die Kulissen
Für uns als Produktionspaten war dieser Besuch der erste unmittelbare Einblick in die Entstehung
von „Die Reise nach Reims“ – und damit der Auftakt unserer gemeinsamen Reise durch die Spielzeit.
Wo eine Produktion Gestalt annimmt
Am 11. September trafen sich unsere Mitglieder zu einer Werkstattführung durch die Werkstätten
des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Im Mittelpunkt standen Einblicke in Bühnenbild, Ausstattung
und die handwerkliche Umsetzung der Produktion. Noch bevor sich auf der Bühne der Vorhang hebt,
wird hier gebaut, gefertigt, angepasst und vorbereitet.
Was die wenigsten Theaterbesucher wissen: Das Staatstheater am Gärtnerplatz verfügt über mehr als
ein Dutzend hauseigene Werkstätten. Dazu gehören unter anderem Schreinerei, Schlosserei, Malersaal,
Herren- und Damenschneiderei, Hutmacherei, Maskenabteilung, Dekorationswerkstatt, Requisite und Technik.
Dort arbeiten Handwerkerinnen und Handwerker sowie Künstlerinnen und Künstler Hand in Hand, um
Bühnenbilder, Kostüme und Requisiten für Opern, Operetten, Musicals und Ballette entstehen zu lassen.
Von der ersten Idee bis zur Werkstattabgabe
Florian Probst, Werkstätten- und Produktionsleiter, empfing die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zusammen mit Marlene Lechner, FSJ Technik, in seinem Büro und erläuterte den Ablauf der Planung einer Produktion.
Die Vorbereitungen beginnen bereits rund sechs Monate vor der Premiere. Regie, Dramaturgie und weitere
Beteiligte beraten zunächst darüber, wie das Bühnenbild aussehen soll und welche Anforderungen sich aus
dem Stück und seinem szenischen Ablauf ergeben. Anschließend wird ein Modell des Bühnenbilds angefertigt
und im Rahmen einer sogenannten Bauprobe mit den maßgeblich an der Produktion Beteiligten diskutiert.
Dabei werden auch Details wie die Sicht auf das Bühnenbild von verschiedenen Plätzen im Theater am Computer
simuliert und besprochen. Wenn die Beteiligten sich schließlich geeinigt haben, werden die Ergebnisse in der
sogenannten „Werkstattabgabe“ festgehalten. Danach beginnt die eigentliche Herstellung des Bühnenbilds.
5.000 Kilogramm Stahl – und vier Stunden für den Abbau
Florian Probst schilderte sehr anschaulich den gesamten Entstehungsprozess und die zahlreichen Details,
auf die dabei geachtet werden muss. Eine wichtige Rolle spielt beispielsweise das Gewicht der Konstruktion.
Das Bühnenbild von „Die Reise nach Reims“ enthält rund 5.000 Kilogramm Stahl. Zwar kann der Bühnenboden
eine Last von bis zu 500 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, dennoch muss jederzeit sichergestellt sein,
dass die gesamte Konstruktion sicher ist und alle vorgesehenen Funktionen zuverlässig erfüllt.
Gleichzeitig muss das Bühnenbild so konstruiert sein, dass es innerhalb von vier Stunden wieder abgebaut
werden kann, damit die Bühne für die nächste Produktion zur Verfügung steht.
Drei Wochen vor der Premiere wird es ernst
Rund drei Wochen vor der Premiere – bei „Die Reise nach Reims“ am 28. September – folgt die sogenannte
technische Einrichtung. Dabei wird das Bühnenbild erstmals vollständig auf der Bühne im Theater aufgebaut.
Beleuchtung und Requisite beginnen nun, die Szenerie mit Leben zu erfüllen, und die Bühnenproben starten.
Bis zu diesem Zeitpunkt können noch letzte Korrekturen vorgenommen werden, falls sich Probleme zeigen.
Florian Probst betonte deshalb, wie wichtig die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und den verschiedenen
Teams des Theaters während des gesamten Entstehungsprozesses ist. Ziel ist es, mögliche Schwierigkeiten
möglichst frühzeitig zu erkennen und Probleme in einer so späten Phase der Produktion zu vermeiden.
Unterwegs durch die Werkstätten
Nach dieser eindrucksvollen und detailreichen Einführung in die Vorbereitungen führte Florian Probst unsere
Gruppe durch das Haus. Dabei konnten wir bereits einen ersten Blick auf Teile des Bühnenbilds von
„Die Reise nach Reims“ werfen, die hinter der Bühne zusammengesetzt wurden. Gleichzeitig wurde deutlich,
dass der begrenzte Platz eine der großen Herausforderungen des Theaterbetriebs darstellt: Die teilweise sehr
großen Bühnenteile benötigen während ihrer Herstellung und Vorbereitung viel Raum.
In der Theaterplastik, der Schlosserei und der Schreinerei konnten wir weitere Elemente des Bühnenbilds während
ihrer Entstehung besichtigen. Die Werkstätten verfügen über zahlreiche Maschinen und eine umfangreiche Ausstattung,
die es ermöglichen, einen großen Teil der benötigten Bühnenteile unmittelbar durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Theaters anzufertigen.
Auch in die Tapezierwerkstatt konnten wir einen Blick werfen. Dort entstehen unter anderem Möbel, Vorhänge
und weitere Ausstattungselemente für die Bühne.
In der Theaterplastik: Hier entstehen plastische Formen und Bauteile für die Bühne.
In der Schlosserei: Hier entstehen tragende und technische Bauteile für das Bühnenbild.
In der Schreinerei: Hier entstehen Bauteile und Oberflächen für die Bühnenbilder.
In der Tapezierwerkstatt: Hier entstehen Möbel, Vorhänge und weitere Ausstattungselemente für die Bühne.