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Freundeskreis Gärtnerplatztheater
Fördern · Begegnen · Erleben
Freundeskreis Gärtnerplatztheater e.V.

Im-Theater-Archiv

Spielzeit 2025/26.

Produktionen, Veranstaltungen und Hinweise aus dieser Spielzeit des Gärtnerplatztheaters.

Juli 2026

Spielzeit 2025/26

Der Freundeskreis gratuliert Staatsintendant Josef E. Köpplinger zu »PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM«

Große Kultur lebt von Menschen, die sie ermöglichen, von Menschen, die sie gestalten, und von Menschen, die ihr ein unverwechselbares Gesicht geben. Eva Felten, Josef E. Köpplinger und Günther Maria Halmer haben Bayerns Kulturlandschaft auf ganz unterschiedliche Weise geprägt – als großzügige Förderin, als leidenschaftlicher Theatermacher und als außergewöhnlicher Schauspieler. Sie alle eint ihr herausragender Einsatz für Kunst und Kultur. Mit dem PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM würdigen wir diese außergewöhnlichen Verdienste um den Kulturstaat Bayern.“

Mit diesen Worten ehrte Bayerns Kunstminister Markus Blume am Dienstagabend im Rahmen der Kultursommerlounge die Trägerinnen und Träger der höchsten Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Geehrt wurden die Kunstsammlerin und Mäzenin Eva Felten, der Staatsintendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz Josef E. Köpplinger sowie posthum der Schauspieler Günther Maria Halmer. Die Auszeichnung für Halmer nahm dessen Witwe Claudia Halmer-Gerhardt entgegen.

Staatsminister Markus Blume überreicht Josef E. Köpplinger die Auszeichnung PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM
Kunstminister Markus Blume (links) mit dem Staatsintendanten des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Josef E. Köpplinger (© Wolfgang Maria Weber/StMWK)

Ein Theatermacher aus Leidenschaft

Über Josef E. Köpplinger sagte Blume: „Josef E. Köpplinger ist ein Theatermacher mit Leib und Seele. Seit mehr als einem Jahrzehnt prägt er das Staatstheater am Gärtnerplatz mit künstlerischem Mut, großer Leidenschaft und einem feinen Gespür für sein Publikum. Unter seiner Leitung ist das Haus zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Musiktheaterbühnen Deutschlands geworden. Josef E. Köpplinger beweist: Große Volksoper begeistert, wenn sie Tradition und Mut zum Neuen verbindet. Mit dieser Haltung, höchster künstlerischer Qualität und echter Nähe zu den Menschen hat er das Gärtnerplatztheater wie kaum ein anderer nachhaltig geprägt.“

Wir gratulieren:

Herzliche Glückwünsche des Freundeskreises

Lieber Josef,

zu dieser ganz besonderen Auszeichnung gratuliere ich Dir im Namen des gesamten Freundeskreises und auch ganz persönlich von Herzen.

Die Verleihung des »PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM« ist eine großartige und mehr als verdiente Würdigung Deines langjährigen Wirkens.

Du hast das Gärtnerplatztheater mit Deiner Leidenschaft, Deiner unverwechselbaren künstlerischen Handschrift und Deinem Mut immer wieder neu geprägt – und ihm zugleich das bewahrt, was es für so viele Menschen zu einem ganz besonderen Ort macht.

Wir erleben, wie sehr Dir dieses Haus, seine Künstlerinnen und Künstler und die Menschen, für die Theater gemacht wird, am Herzen liegen. Dein aufrichtiges Interesse an ihnen und Dein Gespür dafür, was sie bewegt, verbinden sich mit Deinem hohen künstlerischen Anspruch und machen Dein Wirken so besonders.

Als Freundeskreis freuen wir uns sehr mit Dir. Wir sind auch ein wenig stolz darauf, diesen Weg begleiten und die Arbeit des Gärtnerplatztheaters unterstützen zu dürfen.

Genieße diesen besonderen Moment und die Anerkennung, die damit verbunden ist. Du hast sie Dir wirklich verdient.

Mit den herzlichsten Glückwünschen

Stefan
im Namen des Freundeskreises Gärtnerplatztheater e. V.

Hana Wa Saku - Bumen werden blühen

von Stefan Wellner

Blumen werden blühen

Mit diesen hoffnungsvollen Worten wurde die kleine Ausstellung „Hana wa saku – Momente einer Konzertreise durch Japan“ in der Galerie Zoom in der Reichenbachstraße am 10. Juli 2026 eröffnet. Gezeigt werden Fotografien von Dietmar Wassilowsky, die während der Japan-Tournee des Orchesters des Staatstheaters am Gärtnerplatz entstanden sind.

Kammerkonzert unter der Leitung von Michael Balke
Blumen werden blühen.

„Hana wa saku“ – „Blumen werden blühen“ – ist der Titel eines Liedes, das im Gedenken an die Opfer des schweren Erdbebens und der daraus folgenden Katastrophe von Fukushima entstand. Es ist ein sehr berührendes und zugleich hoffnungsvolles Musikstück, das Zuversicht und Lebensfreude vermittelt.

Staatsintendant Josef E. Köpplinger gab bei der Eröffnung einen Einblick in die Entstehung der Japan-Tournee und erläuterte, welche besonderen organisatorischen Herausforderungen eine solche Konzertreise auch für den Spielbetrieb am eigenen Haus mit sich bringt. Er dankte allen, die diese Reise ermöglicht hatten. Dabei ließ er auch den Freundeskreis nicht unerwähnt, der die Tournee mit einem bedeutenden finanziellen Beitrag unterstützt hat.

Sehr persönlich und emotional waren auch die Erläuterungen des Fotografen Dietmar Wassilowsky. Michael Balke, Erster Gastdirigent des Gärtnerplatztheaters und Initiator der Tournee, hatte ihn eingeladen, die Konzertreise fotografisch zu begleiten. Auf diese Weise wurde Wassilowsky selbst Teil des großen Reiseteams.

Die Musikerinnen und Musiker, aber auch die weiteren Mitreisenden, gewährten ihm intensive Einblicke in ihre Arbeit und in die nach außen getragene Seele des Orchesters. Anspannung und Konzentration, Versunkenheit, Spannung und Entspannung sowie das Einswerden von Instrument und Mensch werden in seinen Schwarz-Weiß-Fotografien unmittelbar erlebbar.

Ergänzt durch ausgewählte Alltagseindrücke aus Japan vermittelt die Ausstellung einen lebendigen Eindruck von der besonderen Zeit, die das Orchester im Land der aufgehenden Sonne verbringen durfte.

Freund*innen begleiten das Gärtnerplatztheater bei der CSD-Parade

von Peter Breun-Goerke

Auch in diesem Jahr hatte das Gärtnerplatztheater die Mitglieder des Freundeskreises eingeladen, gemeinsam mit dem Theater am Christopher Street Day (CSD) in München teilzunehmen. Unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“ fand der CSD vom 26. bis 28. Juni statt. Das diesjährige Motto passte dabei hervorragend zu den Werten, für die auch das Staatstheater am Gärtnerplatz steht. Höhepunkt des Wochenendes war – wie in jedem Jahr – die große Parade am 27. Juni.

Organisiert von der Marketingabteilung stellte das Theater auch diesmal einen eigenen Wagen, der von einer Fußgruppe begleitet wurde. Bei der Auslosung erhielt das Gärtnerplatztheater Startplatz 170 unter insgesamt 214 teilnehmenden Gruppen und Fahrzeugen. Künstlerinnen und Künstler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Mitglieder des Freundeskreises trafen sich zunächst zum Warm-up in der Kantine, um sich mit zahlreichen Accessoires, Glitzer und Schminke auf den Umzug durch die Münchner Innenstadt einzustimmen. Gegen 13.30 Uhr reihten sich schließlich der Wagen und die Fußgruppe unter der Führung von Jean Valjean (Armin Kahl) in die Parade ein.

Armin Kahl im Schuh von Priscilla mit Alexander Findewirth
Unser Gärterplatztheater bei der CSD-Parade

Trotz der großen Hitze säumten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer die Strecke, etwa in der Fraunhoferstraße und der Müllerstraße, feuerten die Teilnehmenden an und feierten begeistert mit. Zur willkommenen Abkühlung wurde entlang des Zugwegs immer wieder Wasser versprüht, und Anwohnerinnen und Anwohner reichten den Mitwirkenden Getränke. Es wurde ausgelassen getanzt und gefeiert, bis der Zug schließlich die Ludwigstraße und damit den Endpunkt der Parade erreichte. Gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gärtnerplatztheaters ließen die Mitglieder des Freundeskreises diesen besonderen Tag bis in die Abendstunden ausklingen.

Mai 2026

Spielzeit 2025/26

Meisterklasse mit KS Brigitte Fassbaender - ein hautnaher Blick hinter die Kulissen

von Peter Breun-Goerke

Am 15. Mai fand im Orchesterprobensaal des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter großem Publikumsinteresse die Meisterklasse des Opernstudios mit Kammersängerin Brigitte Fassbaender statt. Der eher intime Orchesterprobensaal war für diesen besonderen Blick hinter die Kulissen bis auf den letzten Platz besetzt.

Der Freundeskreis unterstützt das Opernstudio regelmäßig mit Spenden und fördert damit diese wichtige Nachwuchsarbeit am Gärtnerplatztheater.

Staatsintendant Josef E. Köpplinger begrüßte die Zuschauerinnen und Zuschauer und bedankte sich bei KS Brigitte Fassbaender für ihre Unterstützung bei der Ausbildung der jungen Künstlerinnen und Künstler sowie für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz.

Brigitte Fassbaender wurde in Berlin geboren und debütierte im Alter von 21 Jahren an der Bayerischen Staatsoper, wo ihre internationale Karriere ihren Ausgang nahm. Sie gastierte an allen führenden Opernhäusern der Welt und sang die großen Partien ihres Faches. Auch ihre zahlreichen Schallplatteneinspielungen geben Zeugnis von ihrer großen Bedeutung als Sängerin. Ein Meilenstein war die Einspielung der drei großen Schubert-Zyklen, die sie als bisher einzige Frau aufgenommen hat. 1970 wurde sie zur Bayerischen Kammersängerin ernannt.

Seit 1995 widmet sich Fassbaender ganz der Regie. Über 90 Inszenierungen hat sie inzwischen im In- und Ausland auf die Bühne gebracht. Von 1999 bis 2012 war sie Intendantin der Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck. Der sängerische Nachwuchs liegt ihr zudem besonders am Herzen: Sie war Jurorin zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe und ist Künstlerische Leiterin des „Eppaner Lied Sommers“, der sich zu einer international beachteten Adresse für Liedgesang und Meisterkurse entwickelt hat. Seit 2017 ist sie Schirmherrin der Internationalen Meistersinger Akademie in Neumarkt in der Oberpfalz.

2012 gab sie mit „Don Pasquale“ am Staatstheater am Gärtnerplatz ihr München-Debüt als Regisseurin und inszenierte hier darüber hinaus „La Cenerentola“ und „Der junge Lord“.

Im Rahmen der Meisterklasse des Opernstudios erarbeitete sie mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern anspruchsvolle Lieder und Arien. Den Anfang machte Tamara Obermayr (Mezzosopran), mit der Fassbaender die Arie der Dorabella „Smanie implacabili“ aus Mozarts Oper „Così fan tutte“ einstudierte.

Dabei arbeitete Fassbaender mit Tamara Obermayr sowohl am Tempo als auch am Ausdruck. Sie riet der jungen Künstlerin an einigen Stellen, sich den „Ton zu holen“: Er solle nicht vor ihr stehen, sondern auf sie zukommen. Als zweites Stück widmete sie sich mit ihr dem Lied „Das irdische Leben“ von Gustav Mahler. Auch hier schlug sie vor, einzelne Betonungen anzupassen, und tauschte sich dabei auch mit Hibiki Sagae aus, die als weiteres Mitglied des Opernstudios am Piano die Künstlerinnen und Künstler begleitete.

So entstand eine sehr lebhafte und nachvollziehbare Kommunikation, gespickt mit kleinen Gesangseinlagen von Brigitte Fassbaender. Auf sehr sympathische Weise gab sie ihre große Erfahrung an die jungen Künstlerinnen und Künstler weiter.

Den finnischen Bassbariton Juho Stén bat sie, mit ihr ein Lied aus seiner Heimat mit dem Titel „Nacht“ in finnischer Sprache zu erarbeiten. Das war insofern besonders reizvoll, als Frau Fassbaender das Lied weder kannte noch den Text verstand. Im Austausch mit Stén, der den Hintergrund erläuterte, konnte sie dennoch auch hier an mehreren Stellen hilfreiche Anregungen geben. Sie äußerte zudem ihre Überzeugung, dass Stén auf dem Weg vom Bassbariton zum Bass sei — eine Entwicklung, die er im Laufe der Zeit selbst entdecken werde. Zuvor hatte Stén mit ihr das Auftrittslied des Sarastro „In diesen heil’gen Hallen“ aus Mozarts „Die Zauberflöte“ erarbeitet.

Mit Yoojin Lee (Sopran) setzte Fassbaender ihre am Vormittag begonnene Arbeit an der Contessa-Arie „Porgi amor“ aus „Le nozze di Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart fort. Auch hier empfahl sie an verschiedenen Stellen, Betonung und Dynamik anzupassen, und erklärte dies aus dem Zusammenhang der Handlung heraus. Es folgten zwei Lieder von Franz Schubert und Clara Schumann.

Im letzten Teil erarbeitete Fassbaender mit Thomas McGowan (Bariton) Franz Schuberts „Erlkönig“. Auch hier ging es, ausgehend von Hintergrund und Stimmung des Liedes, vor allem um Betonung und Dynamik. Als weiteres Lied wurde „Allerseelen“ von Richard Strauss erarbeitet. Frau Fassbaender empfahl Thomas McGowan außerdem, sich die Lieder aus Opus 15 von Strauss anzusehen, die sie für ihn als besonders geeignet ansah.

Schlussapplaus nach der öffentlichen Meisterklasse
Schlussapplaus nach der öffentlichen Meisterklasse: Juho Stén, Tamara Obermayr, Thomas McGowan und Yoojin Lee aus dem Opernstudio, Stephen Delaney (Künstlerische Leitung) sowie Kammersängerin Brigitte Fassbaender.

Am Ende der Veranstaltung erhielt Brigitte Fassbaender als Dank Blumen und ein Geschenk. Staatsintendant Josef E. Köpplinger dankte ihr bei der Verabschiedung nochmals herzlich für ihre Unterstützung. Zugleich wies er am Ende dieses ungewöhnlichen Blicks hinter die Kulissen und auf die unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten des aktuellen Opernstudios auf die in der nächsten Spielzeit anstehenden weiteren Meisterklassen mit KS Thomas Hampson und Helmut Deutsch hin.

Dezember 2025

Spielzeit 2025/26

La Cage aux Folles – gelungene Wiederaufnahme im Gärtnerplatztheater

(von Peter Breun-Goerke)

Am 10.12. fand die Spielzeitpremiere und Wiederaufnahme von La Cage aux Folles im Gärtnerplatztheater statt. Der Freundeskreis hatte zu dieser Produktion in der letzten Spielzeit ein Event im Salon Pitzelsberger veranstaltet, das auf großes Interesse gestoßen war.

Die Spielzeitpremiere fand vor nahezu ausverkauftem Haus statt. Dass die Kritik dem Regisseur der Produktion, Staatsintendant Joseph Köpplinger, in der vergangenen Spielzeit vorgeworfen hatte, seine Inszenierung habe an Aktualität und politischer Schärfe eingebüßt und wirke manchmal etwas museal und zu sicher, tat dem Vergnügen der Zuschauer keinerlei Abbruch. Im Gegenteil: Die Spielfreude der Akteure übertrug sich auf das Publikum. Vielleicht macht gerade die Tatsache, dass man bei diesem „Klassiker“ nicht den Versuch eines modernen Remakes unternommen hat, den Charme der Aufführung aus. Zahlreiche liebevolle und humorvolle Details wurden vom Publikum hörbar mit Freude aufgenommen.

Armin Kahl als Albin konnte mit feinen Nuancen in der Rolle der reifen Diva überzeugen. Auch Daniel Prohaska, der seinen langjährigen Lebenspartner Georges spielt, überzeugte auf ganzer Linie. Kahl und Prohaska überzeugen als Paar und bringen das Thema, Verantwortung für einen Lebenspartner – gleich welchen Geschlechts – zu übernehmen, glaubhaft auf die Bühne des Gärtnerplatztheaters. Ungeachtet der vielen witzigen Dialoge und Details mahnt das Stück in seinen durchaus ernsten Momenten zum Respekt gegenüber seinen Mitmenschen – ein Thema, das an Aktualität nichts verloren hat.

Paul Clementi als Sohn Jean-Michel, aber auch Christian Schleinzer als „Zofe“ Jacob, konnten das Publikum ebenfalls überzeugen, das am Ende der Vorstellung mit minutenlangen stehenden Ovationen das gesamte Ensemble feierte. Eine insgesamt gelungene Wiederaufnahme.

Applaus zur Spielzeitpremiere 2025/26 von La Cage aux Folles
Ensemble von La Cage aux Folles